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Putin rechtfertigt im Ukraine-Krieg Angriffe auf Infrastruktur

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Von: Sandra Kathe, Karolin Schäfer, Moritz Serif, Stefan Krieger, Jan-Frederik Wendt, Lucas Maier, Jan Oeftger

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Seit Beginn des Ukraine-Kriegs sollen mehr als 440 Kinder getötet worden sein. Die Lage im Ukraine-Krieg im News-Ticker.

Update vom Freitag, 9. Dezember, 06.30 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj beklagt die Gefahr durch russische Minen auf ukrainischem Staatsgebiet. „Das ist die Form des russischen Terrors, mit der wir noch jahrelang zu kämpfen haben“, sagte er in seiner täglichen Videoansprache am Donnerstag (8. Dezember).

Dabei warf er Russland vor, Minen auch absichtlich für Zivilisten als tödliche Gefahr zu hinterlassen. Deshalb werde der Minen-Terror auch einer der Anklagepunkte nach dem Krieg sein.

Ein Soldat sucht ein Feld nach Minen ab. Präsident Selenskyj beklagt, dass diese Gefahr für Zivilisten auch nach Kriegsende bestehe.
Ein Soldat sucht ein Feld nach Minen ab. Präsident Selenskyj beklagt, dass diese Gefahr für Zivilisten auch nach Kriegsende bestehe. © Bernat Armangue/dpa

Putin räumt Angriffe auf ukrainische Infrastruktur ein – „Ja, wir tun es“

+++ 22.45 Uhr: Der russische Präsident Wladimir Putin äußert sich eher selten zum Ukraine-Krieg. Nach einer Preisverleihung für „Russlands Helden“ wandte sich der Kremlchef am Donnerstag an eine Gruppe von ausgezeichneten Soldaten, berichtete CNN. „Ja, wir tun es. Aber wer hat damit angefangen?“, sagte Putin mit Blick auf die russischen Angriffe auf die Energieinfrastruktur der Ukraine.

Dazu zählte er eine Reihe von Ereignissen auf, die er Kiew anlastet. „Wer hat die Krim-Brücke zerstört? Wer hat die Stromleitungen des Atomkraftwerks Kursk in die Luft gejagt?“, so Putin. Die Ukraine selbst hat die Verantwortung für die Explosion auf der Krim-Brücke und den Angriff auf einen Flugplatz in der Region Kursk vehement bestritten

News zum Ukraine-Krieg: Russland will Minderjährige an die Front schicken

+++ 21.32 Uhr: Der Kreml hat bereits auf unterschiedliche Arten versucht, Rekruten für den Ukraine-Krieg zu mobilisieren. Neben der Teilmobilisierung von Wladimir Putin schickte der Kreml in Moskau auch Gefängnisinsassen an die Front. Nun sollen offenbar auch 17-Jährige für Russland kämpfen.

Angesichts russischer Verluste höre die Mobilisierung nicht auf, zitierte Ukrajinska Prawda den Sprecher des ukrainischen Verteidigungsministeriums, Andrii Yusov. Es gebe Anzeichen, dass Russland neue Formen und Methoden der Mobilmachung plane. „Wir sprechen bereits von 17-Jährigen in den besetzten Gebieten, die keine Möglichkeit haben, sich der Mobilisierung zu entziehen“, sagte Yusov.

443 Kinder im Ukraine-Krieg von russischer Armee getötet

+++ 19.35 Uhr: Nach ukrainischen Angaben hat Russlands Militär seit Beginn des Ukraine-Krieges insgesamt 443 Kinder getötet, 855 sollen verletzt worden sein. Die ukrainische Generalstaatsanwaltschaft betonte bei Telegram, dass die Zahlen nicht endgültig seien. Angaben zu derzeit umkämpften Gebieten könnten nicht gemacht werden.

Besonders hoch seien die Opferzahlen in den Regionen Donzek, Charkiw und Kiew. Durch russischen Beschuss seien zudem 2719 Bildungseinrichtungen beschädigt worden, davon wurden 332 komplett zerstört. In der Ukraine gelten nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft 330 Kinder als vermisst.

News zum Ukraine-Krieg: Russland stationiert Raketenwerfer im Atomkraftwerk Saporischschja

+++ 17.44 Uhr: Russland hat mehrere BM-21 Mehrfachraketenwerfer auf dem Gelände des Kernkraftwerks Saporischschja stationiert, berichtete der ukrainische Atomkonzern Energoatom bei Telegram. Die Raketenwerfer seien „in der Nähe des Energieblocks Nr. 6, direkt neben dem Trockenlager für abgebrannten Kernbrennstoff untergebracht“ worden. Damit würde Russland „alle Bedingungen der Organisation der Atom- und Strahlensicherheit“ verletzen.

Energoatom geht von einer Provokation aus. Vom Gelände des AKWs sei das gegenüberliegende Ufer von Dnepr, besonders die Städte Nikopol und Marhanez, beschossen worden. „Wir appellieren an die IAEA und die gesamte Weltatomgemeinschaft und informieren über die zusätzliche Unterbringung von Raketenwerfern (...) direkt auf dem Gelände des Kernkraftwerks Saporischschja“, so das ukrainische Unternehmen. Wiederholt wurde die Schaffung einer Sicherheitszone rund um das AKW gefordert.

News zum Ukraine-Krieg: Tote nach Beschuss in Donezk

+++ 15.58 Uhr: Die Gefechte im Ukraine-Krieg gehen weiter – auch in der Region Donezk. Russland soll nach ukrainischen Angaben entlang der Frontlinie zahlreiche Städte in der Ukraine beschossen haben. „In der Nacht beschossen die Russen weiter verschiedene Abschnitten der Frontlinie“, schrieb Pavlo Kyrylenko, Gouverneur der Oblast Donezk, bei Telegram.

Getroffen wurden unter anderem die Siedlungen Marjinka und Otscheretyn. „Am Morgen geriet Awdijiwka dreimal unter Artilleriefeuer“, hieß es. In Bachmut und Iwaniwka sollen zwei Menschen dadurch ums Leben gekommen sein. Es gab mehrere Verletzte. „Wir dokumentieren alle russischen Verbrechen“, betonte Kyrylenko.

News zum Ukraine-Krieg: USA wollen Streumunition in die Ukraine liefern

+++ 14.40 Uhr: Die USA erwägen nun auch, der Ukraine im Krieg mit Russland Streumunition zu liefern. Das berichtet der Nachrichtensender CNN. Kiew hatte die Lieferung derartiger Munition bereits vor einiger Zeit in Washington angefragt. Die Militärführung der Ukraine erhofft sich von Streumunition einen entscheidenden Vorteil auf dem Schlachtfeld.

+++ 12.30 Uhr: Russland plant nach Angaben des Kreml bei seinem Krieg gegen die Ukraine derzeit keine Einverleibung neuer Gebiete. „Davon ist keine Rede“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge am Donnerstag (8. Dezember). Vielmehr stehe „viel Arbeit“ an, um die von der Ukraine zurückeroberten Gebiete wieder unter russische Kontrolle zu bringen.

Ukraine-Krieg: Putin schlägt „imperialistischen Ton“ an

+++ 12.00 Uhr: Das in den USA ansässige Institute for the Study of War (ISW) hat nach dem Treffen von Wladimir Putin mit dem russischen Präsidialrat am Mittwoch (7. Dezember), bei dem er sagte, dass der Krieg in der Ukraine ein „langwieriger Prozess“ sein könnte, ein Papier erstellt. Dies berichtet der Guardian.

Putin schlug demnach in dem Treffen einen „imperialistischen Ton“ an. Er verglich sich mit Peter dem Großen, indem er darauf hinwies, dass Russland das Asowsche Meer kontrolliert, um das auch der russische Zar gekämpft hatte. Dem ISW zufolge schien Putin nicht bereit zu sein, eine vorübergehende Kampfpause einzulegen, um sich neu zu formieren. Dies hatte der Nato-Generalsekretär dem Kreml nahegelegt.

„Das russische Militär setzt seine Offensivoperationen rund um Bakhmut fort und verweigert sich – bis jetzt – einer operativen Pause, die der besten militärischen Praxis entsprechen würde. Putins derzeitige Fixierung auf die Fortsetzung der Offensivoperationen um Bakhmut und anderswo trägt dazu bei, dass die Ukraine die militärische Initiative in anderen Teilen des Gebiets aufrechterhalten kann. Die weiteren operativen Erfolge der Ukraine hängen von der Fähigkeit der ukrainischen Streitkräfte ab, ihre Operationen im Winter 2022/2023 ohne Unterbrechung fortzusetzen“, heißt es in dem Papier.

Ukraine-Krieg: Russland nimmt an Militärübungen in Bellarus teil

+++ 11.28 Uhr: Russische Soldaten nehmen an Militärübungen in Belarus teil. „Soldaten des Westlichen Militärbezirks setzen das intensive Kampftraining auf den Schießständen der Streitkräfte der Republik Belarus fort“, teilt das russische Verteidigungsministerium mit. Das Kampftraining finde sowohl tagsüber als auch nachts statt.

Vom Ministerium veröffentlichte Videos zeigen russische Soldaten beim Training in der Nähe von Panzern in einer Winterlandschaft, die Waffen einschließlich Artillerie abfeuerten. Belarus hatte in der Vergangenheit erklärt, nicht in den Krieg zwischen Russland und der Ukraine eingreifen zu wollen. Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko hatte allerdings die Verlegung von Truppen an die ukrainische Grenze befohlen.

„Eine sehr harte Konfrontation. Jeder Meter zählt“ - Schwere Gefechte im Osten

Update vom Donnerstag, 8. Dezember, 06.40 Uhr: Im Osten der Ukraine gibt es weiterhin schwere Gefechte. Zuletzt sind in der Region Donezk zehn Menschen bei russischen Angriffen ums Leben gekommen, wie Präsident Wolodymyr Selenskyj in einer Videoansprache mitteilte.

Ukraine fordert mehr Hilfe vom Westen - Russland verzweifelt?

Erstmeldung vom Mittwoch, 7. Dezember, 13.30 Uhr: Kiew/Moskau – Polen will die von Deutschland zur Verteidigung seines Luftraums angebotenen Patriot-Flugabwehrsysteme nun doch annehmen. Man arbeite daran, die Patriots auf polnischem Gebiet zu stationieren und sie dem polnischen Kommandosystem zu unterstellen, schrieb Verteidigungsminister Mariusz Blaszczak am Dienstag (6. Dezember) auf Twitter. Allerdings hatte Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) darauf gepocht, dass die deutschen Flugabwehrsysteme als Teil der integrierten Nato-Luftverteidigung zu behandeln sind. Davon, sie einem polnischen Kommando zu unterstellen, war zunächst keine Rede gewesen.

News zum Ukraine-Krieg: Selenskyj dankt ukrainischen Streitkräften

Bei einem Besuch in Frontnähe hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj seinen Soldaten für die Verteidigung ihres Landes unter schwierigsten Bedingungen gedankt. Er habe während des Aufenthalts im ostukrainischen Gebiet Donezk auch Auszeichnungen verliehen an jene Soldaten, die an den „gefährlichsten und verantwortungsvollsten“ Orten eingesetzt seien, sagt Selenskyj in einem Video, das er nach seiner Rückkehr nach Kiew auf Telegram veröffentlichte. Er sei auch im Gebiet Charkiw gewesen und habe dort Ärzte getroffen, die verwundete Kämpfer behandeln.

News zum Ukraine-Krieg: Zahl der Ein- und Ausreisen an Grenzen zur Ukraine konstant

Nach den schweren russischen Raketenangriffen auf die Energieversorgung der Ukraine hat die EU-Grenzschutzagentur Frontex bislang keine bedeutende Veränderung im Grenzverkehr registriert. In der vergangenen Woche seien aus der Ukraine 229 542 Menschen in ein EU-Land eingereist, teilte Frontex am Dienstag per Twitter mit. Im gleichen Zeitraum überquerten 208 988 Menschen die Grenze eines EU-Landes in Richtung Ukraine. Vergleichszahlen der Vorwochen waren zunächst nicht unmittelbar verfügbar. (Red mit Agenturen)

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