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Putins Hoffnung auf die Wende: Mit Kesselschlacht zum Erfolg im Ukraine-Krieg

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Von: Lukas Rogalla

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Im Ukraine-Krieg ist besonders die Stadt Bachmut im Donbass umkämpft. Nun melden russische Truppen vereinzelt Fortschritte.

Bachmut – Im Ukraine-Krieg erzielt Russland derzeit kaum noch Gewinne, die Strategie Putins gilt als gescheitert. In vielen Teilen des Landes haben die ukrainischen Streitkräfte sogar Gebiete zurückerobert.

Nach dem Abzug seiner Truppen aus Cherson im Süden der Ukraine hatte Russlands Oberbefehlshaber Sergej Surowikin die Entscheidung nicht mit Überlegenheit des Gegners begründet. Stattdessen sollten mit den nun verfügbaren Soldaten Fortschritte im Donbass erzielt werden. In einer Region zeichnen sich auch vereinzelt russische Erfolge ab.

Ukraine-Krieg vor dem Winter: Schwere Gefechte um Bachmut

Besonders umkämpft ist dabei die Stadt Bachmut. Schon seit Monaten versuchen die russischen Truppen erfolglos, die Stadt einzunehmen, in der etwa 70.000 Leute lebten. Die meisten Zivilisten sollen Bachmut verlassen haben. „Dort gibt es eine sehr harte Konfrontation“, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner täglichen Videoansprache. „Jeder Meter zählt.“

Vor allem die russische Seite muss viele Verluste hinnehmen, soll aber vor der Eroberung kleiner Ortschaften in der Region stehen, wie unter anderem t-online.de berichtet. Demnach stehe Bachmut kurz vor einer Kesselschlacht. Strategisch wirklich bedeutend ist Bachmut aber nicht. Die Stadt im Oblast Donezk gilt eher als eine Art Tor zum Ballungsgebiet um die Städte Slowjansk und Kramatorsk. Dennoch kommt es immer wieder zu schweren russischen Luftangriffen und Gefechten. Viele Gebäude sind vollständig zerstört.

Bachmut strategisch kaum bedeutend

Nach Angaben internationaler Beobachter, darunter das Institute for the Study of War (ISW), würden die vereinzelten Gewinne um Bachmut kaum eine strategische Signifikanz haben. Wie es in Lyssytschansk und Sjewjerodonezk im Sommer der Fall war, würde die Eroberung von Bachmut den russischen Truppen keinen nennenswerten Vorteil verschaffen. Dafür hätten jedoch tausende Soldaten in einer zermürbenden Schlacht ihr Leben gelassen, heißt es in einem Bericht der US-Denkfabrik. Russland verbrauche laut ISW viel zu viele Truppen und Material, um von einem Vorteil sprechen zu können.

Ukrainische Soldaten feuern französische MO-120-RT-61 120-mm-Zugmörser auf russische Stellungen in der Nähe von Bachmut.
Ukrainische Soldaten feuern französische MO-120-RT-61 120-mm-Zugmörser auf russische Stellungen in der Nähe von Bachmut. © Libkos/dpa

Angaben von russischer Seite deuten auf eine Einkesselung ukrainischer Truppen in Bachmut hin. Auch im Oblast Luhansk melden sowohl die Ukraine als auch Russland neue Kämpfe.

Nato-Chef glaubt an neue russische Offensive im Frühjahr

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg vermutet eine Taktik Russlands, den Krieg zunächst einzufrieren und die Truppen neu zu formieren, bevor im Frühjahr eine neue russische Offensive starten soll. Der Politikwissenschaftler Carlo Masala geht davon aus, dass es im Winter im Donbass zu „einer Art Abnutzungskrieg“ kommen wird, solange der Boden gefroren ist. Im Frühjahr werde der Krieg dynamischer zugehen, sagte er im Gespräch mit t-online.de.

Dann könnten auch neu mobilisierte Kämpfer zum Einsatz kommen. „Von 300.000 unserer mobilisierten Kämpfer, unserer Männer, Verteidiger des Vaterlandes, befinden sich 150.000 im Einsatzgebiet“, sagte Präsident Wladimir Putin am Mittwoch. Die verbleibende Hälfte werde derzeit noch in Russland ausgebildet, teilte der Präsident mit.

Das russische Fernsehen hatte zuletzt Bilder aus der Region Bachmut veröffentlicht, die den Bau von Schützengräben zeigen sollen: Vorbereitungen auf einen langwierigen Stellungskrieg. (lrg)

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