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Nach Mobilisierung russischer Gefängnisinsassen: Rekruten fliehen vor Ukraine-Krieg

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Von: Karolin Schäfer

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Russland erfährt im Ukraine-Krieg herbe Verluste. Auf einem russischen Luftwaffenstützpunkt gibt es mehrere Explosionen. Der News-Ticker.

+++ 9.20 Uhr: In den vergangenen 24 Stunden hat das ukrainische Militär nach Angaben des Generalstabs der ukrainischen Streitkräfte elf Gebiete angegriffen, in denen sich russisches Personal, Waffen und militärische Ausrüstung konzentriert haben. Der Generalstab bestätigte auch, dass das ukrainische Militär am 7. Dezember russische Stellungen in der Nähe der Städte Berdiansk, Tokmak, Melitopol, Enerhodar, Dniprorudne, Polohy und Vasylivka in der Oblast Saporischschja beschossen hat, wodurch 240 russische Soldaten verwundet wurden.

Ein mobilisierter Soldat bereitet sich auf den Ukraine-Krieg vor. Andere versuchen zu desertieren. (Archivbild)
Ein mobilisierter Soldat bereitet sich auf den Ukraine-Krieg vor. Andere versuchen zu desertieren. (Archivbild) © Stanislav Krasilnikov/imago

Verluste für Russland: Russische Soldaten haben die Möglichkeit, sich zu ergeben

Update vom Freitag, 09. Dezember, 06.50 Uhr: Die Ukraine bietet russischen Soldaten an, sich zu ergeben. Soldaten, die nicht gegen die Ukraine kämpfen möchten, können sich unter einer Hotline melden. Diese Möglichkeit gibt es seit September. Der britische Sender BBC berichtet, dass 3.500 russischen Soldaten seitdem das Projekt mit dem Namen „I want to live“ (dt. „Ich möchte leben“) kontaktiert haben.

Besonders nach dem Rückzug aus Cherson soll die Zahl derjenigen, die sich melden, gestiegen sein. „Dieses Projekt wurde geschaffen, damit ihr Leben garantiert ist, wenn sie sich freiwillig ergeben“, sagte Vitalii Matviyenko, der Leiter von „I want to live“.

+++ 22.15 Uhr: Russlands Mobilisierung läuft nicht nach Plan. Die Moral russischer Soldaten scheint sich auf dem Tiefpunkt zu befinden. Denn: Immer wieder verweigern Rekruten den Kriegsdienst. In der von Russland besetzten Stadt Jasuwata in der östlichen Region Donezk haben nun etwa 20 mobilisierte Sträflinge desertiert. Das berichtete der ukrainische Generalstab am Donnerstag.

Die Rekruten flüchteten nach ukrainischen Angaben, als sie zur Front transportiert werden sollten. Drei der Entflohenen seien durch ukrainische Truppen getötet worden, hieß es weiter. Der Kreml hatte angesichts mangelnder Soldaten in den vergangenen Wochen Gefängnisinsassen an die Front geschickt.

Verluste für Russland: Ukraine zerstört Kommandoposten und militärische Ausrüstung

+++ 20.48 Uhr: Die Offensive der russischen Armee konzentriert sich hauptsächlich auf zwei Richtungen, berichtete der ukrainische Generalstab bei Facebook. Die Kämpfe finden vor allem um Bachmut und Awdijiwka statt. Russland verübte Raketen- und Luftangriffe sowie Angriffe mit Mehrfachraketenwerfern auf ukrainische Stellungen entlang der Frontlinie.

Gleichzeitig konnte die Ukraine Erfolge erzielen. Ukrainischen Raketen- und Artillerietruppen zerstörten fünf Kommandoposten. Zudem wurden zahlreiche Regionen beschossen, in denen militärische Ausrüstung, Artilleriesysteme sowie Waffendepots gelagert sind.

Verluste für Russland im Ukraine-Krieg: Mehrere Explosionen auf Luftwaffenstützpunkt

+++ 19 Uhr: Im von Russland besetzten Berdjansk in der Region Saporischschja hat es mehrere Explosionen gegeben. Videos der Explosionen und dadurch ausgelösten Brände wurden mehrfach in den sozialen Medien geteilt. Viktoria Galitsyna, ukrainische Gouverneurin der Stadt, bestätigte den Vorfall gegenüber dem ukrainischen Sender Suspilna.

Galitsyna zufolge sollen sich die Explosionen auf einem russischen Luftwaffenstützpunkt ereignet haben. Laut Petro Andriushchenko, Berater des Bürgermeisters von Mariupol, sei dies auch in umliegenden Dörfern zu hören gewesen. Russland äußerte sich bislang nicht zu dem Vorfall. Berdjansk liegt im Süden der Ukraine am Ufer des Asowschen Meeres. Seit Beginn des Ukraine-Krieges wird die Hafenstadt von russischen Streitkräften besetzt.

Verluste im Ukraine-Krieg: „Verkehr fast vollständig lahmgelegt“

Update vom Donnerstag, 08. Dezember, 17 Uhr: Die eisigen Wetterbedingungen in der Ukraine machen Russland zu schaffen. Im russisch besetzten Mariupol ist der militärische Verkehr fast vollständig zum Erliegen gekommen, berichtete pravda.com. „Der militärische Transportverkehr ist fast vollständig lahmgelegt. Einzelne Tanklastzüge versuchen, durch die vereiste Stadt in Richtung Saporischschja zu gelangen“, schrieb Petro Andriushchenko, Berater des Bürgermeisters von Mariupol, bei Telegram.

Die russischen Besatzer hätten die Straßen nicht geräumt, hieß es. Neben militärischen Transportfahrzeugen sollen auch Lastwagen und Kleinbusse betroffen sein.

Verluste im Ukraine-Krieg: Kiew plant neue Offensive gegen Russland

Erstmeldung: Kiew – In den vergangenen Wochen hat die russische Armee im Ukraine-Krieg keine größeren Gebietsgewinne gemeldet. Stattdessen verzeichnet Russland immer wieder herbe Verluste. Gleichzeitig bereiten sich die Streitkräfte der Ukraine auf eine Gegenoffensive vor.

Als Reaktion auf den nächtlichen Beschuss von Mittwoch auf Donnerstag planen die ukrainischen Verteidiger eine Reihe von Gegenmaßnahmen. Russland soll nach ukrainischen Angaben die Stadt Mykolajiw im Süden des Landes beschossen haben, berichtete ukrinform.de.

Verluste im Ukraine-Krieg: Ukrainische Armee wehrt Luftangriffe ab

Die Angreifer „haben Mykolajiw erneut angegriffen“, teilte Vitalii Kim, Gouverneur der gleichnamigen Oblast, über Telegram mit. „Es gab fast einen Monat lang keinen Beschuss“, hieß es weiter. Die Stadt soll von mehreren S-300-Raketen getroffen worden sein.

In anderen Regionen konnte Kiew am Mittwoch (08. Dezember) mehrere russische Angriffe abwehren. Russland soll sieben Raketen- und 16 Luftangriffe sowie 40 Beschüsse mit Mehrfachraketenwerfern verübt haben, hieß es nach Angaben des ukrainischen Generalstabs – allerdings ohne Erfolg. Die Angriffe in den Regionen Charkiw, Luhansk und Donezk konnten abgewehrt werden.

Verluste im Ukraine-Krieg: Russland verliert 340 Soldaten

Der Generalstab hat zudem die aktuellen Zahlen zu den Kampfverlusten von Russland bekannt gegeben:

(kas)

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