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Zeitweise Festgenommener im Illerkirchberg-Fall von Zug erfasst und getötet – Polizei ermittelt

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Von: Martina Lippl

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Die Bluttat in Illerkirchberg erschüttert Deutschland. Nach der Messer-Attacke nahm die Polizei neben dem Tatverdächtigen zwei weitere Männer kurzzeitig fest. Nun ist einer davon gestorben.

Ulm – Bei einer Messerattacke am Montagmorgen ist ein 14-jähriges Mädchen ums Leben gekommen, ihre Freundin (13) wurde schwer verletzt. Die Trauer in Illerkirchen (Baden-Württemberg) ist groß. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Vieles nach der blutigen Gewalttat in Illerkirchberg ist noch unklar.

Der Bürgermeister von Illerkirchberg rief seine Bürgerinnen und Bürger zur Besonnenheit auf: „Der Angriff auf die beiden Mädchen muss mit aller Konsequenz verfolgt und bestraft werden“, schrieb Markus Häußler in einem offenen Brief. „Dieses heimtückische Verbrechen hat aber eine einzelne Person begangen, nicht eine Bevölkerungsgruppe.“ Und weiter: „Ich bitte Sie, den bei uns lebenden Geflüchteten aller Nationen weiterhin offen zu begegnen und diese nicht unter Generalverdacht zu stellen.“

Ein Blaulicht leuchtet an einer Polizeistreife
Ein Blaulicht leuchtet an einer Polizeistreife (Symbolfoto). © Lino Mirgeler/dpa/Symbolbild

Ein Bürgerkriegsflüchtling aus Eritrea soll die beiden Mädchen auf dem Schulweg angegriffen und schwer verletzt haben. Gegen den 29-jährigen Tatverdächtigen wurde ein Haftbefehl wegen Mordes und versuchten Mordes erlassen.

Fall Illerkirchberg: 25-Jähriger kurzzeitig im Visier der Polizei

Der Tatverdächtige floh nach seinem tödlichen Angriff am Montag in die Asylunterkunft gegenüber vom Tatort. Die Polizei nahm kurz darauf den 29-Jährigen und zwei weitere Männer vorläufig fest, die sich auch dort in einer Wohnung befanden. Noch am Abend desselben Tages wurden beiden wieder freigelassen. Jetzt ist einer der beiden Männer tot. Gegen den 25-Jährigen habe kein Verdacht einer Tatbeteiligung bestanden, betont die Staatsanwaltschaft Memmingen gemeinsam mit den Polizeipräsidien Schwaben Süd/West und Ulm am Donnerstag.

Suizid des 25-Jährigen jetzt Gegenstand weiterer Ermittlungen

Der 25-Jährige sei „gegen 13 Uhr unmittelbar vor einem Güterzug, der in diesem Moment nach Senden fuhr, auf die Schienen gesprungen“, teilt die Staatsanwaltschaft Memmingen gemeinsam mit den Polizeipräsidien Schwaben Süd/West und Ulm am Donnerstag mit. Der Lokführer habe trotz langsamer Fahrt im Bahnhofsbereich offenbar nicht mehr rechtzeitig halten können. „Der Zug erfasste den 25-Jährigen“. Der Mann verstarb noch vor Ort.

Staatsanwaltschaft Memmingen und Polizeipräsidium Schwaben Süd/West gehen nach eigenen Angaben davon aus, „dass der 25-Jährige sich aus eigener Entscheidung und ohne fremdes Zutun vor den Zug begeben hat.“ Warum sich der 25-Jährige so kurz nach der vorläufigen Festnahme das Leben nahm, ist nun Gegenstand weiterer Ermittlungen. Gegen ihn bestehen auch weiterhin kein Tatverdacht im Zusammenhang mit dem Messerangriff auf die beiden Mädchen.

Generell berichten wir nicht über Selbsttötungen, damit solche Fälle mögliche Nachahmer nicht ermutigen. Eine Berichterstattung findet nur dann statt, wenn die Umstände eine besondere öffentliche Aufmerksamkeit erfahren. Wenn Sie oder eine Ihnen bekannte Person unter einer existentiellen Lebenskrise oder Depressionen leidet, kontaktieren Sie bitte die Telefonseelsorge unter der Nummer: 0800-1110111. Hilfe bietet auch der Krisendienst Psychiatrie für München und Oberbayern unter 0180-6553000. Weitere Infos finden Sie auf der Webseite www.krisendienst-psychiatrie.de.(ml)

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