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„Erwachsene Menschen verstecken sich auf dem Klo“ –Bahnfahrer berichtet von ICE-Chaos

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Von: Jakob Koch

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Wer trotz gültiger Fahrkarte einen Zug erwischen will, könnte mitunter Pech haben. Ein ICE-Passagier berichtet von kuriosen Szenen.

Hamburg – Das Szenario wünscht man keinem Bahnfahrer: Trotz eines gültigen Tickets für den Zug ist eine Mitfahrt nicht möglich. Das kommt gerade zu Stoßzeiten immer mal wieder vor – bundesweit sorgten im Sommer Vorfälle für Aufsehen, da die Bahn-Infrastruktur mitunter für den 9-Euro-Ticket-Ansturm nicht ausgelegt war. Und auch in Hamburg zeigte sich der HVV vom Ansturm auf das 9-Euro-Ticket überrascht – „ganz schön viel“, hieß es damals. Dennoch wird das Ticket als Erfolg gesehen – das 49-Euro-Ticket soll in seine Fußstapfen treten. Doch zurück zum ärgerlichen Bahn-Ticket-Chaos: Ein Vorfall am Hauptbahnhof überrumpelte viele Fahrgäste. Einer von ihnen teilte seine skurrilen Eindrücke auf Twitter, berichtet 24hamburg.de.

Name:Hauptbahnhof Hamburg
Eröffnung:5. Dezember 1906
Gleise:10 Fernbahn-Gleise, 4 S-Bahn-Gleise
Auslastung:550.000 Reisende pro Tag

ICE am Hauptbahnhof Hamburg überfüllt: „Erwachsene Menschen verstecken sich auf dem Klo“

Was war passiert? „Spiegel“-Journalist Jan Petter befand sich auf einer Fahrt vom Hamburger Hauptbahnhof in Richtung Berlin. Er twitterte: „Die ICEs Hamburg-Berlin sind so überbucht, dass sie 20-30 Minuten lang nicht abfahren können. Die Züge fahren nur noch im Schritttempo ein, DB-Personal und Menschen ohne Reservierung sollen wieder raus“, schreibt er in einem Tweet vom Sonntag. Seine Ergänzung hat es in sich: „Erwachsene Menschen verstecken sich auf dem Klo oder blockieren mit Koffern.“ Solche Beschreibungen sorgten sofort dafür, dass mit dem Tweet mehrere Tausend Mal interagiert wurde.

Volle Bahnsteige am Hauptbahnhof in Hamburg und ein ICE
Volle Bahnsteige am Hauptbahnhof in Hamburg sind keine Seltenheit (24hamburg.de-Montage) © Nikito und Hanno Bode / Imago

Bahn-Chaos in Hamburg: Trotz Fahrkarte keinen Platz mehr im ICE bekommen – andere Länder machen es besser

„Ich stand inmitten einer bunten Traube von Leuten, die teils erzählten, jetzt den dritten bis vierten Zug nicht zu kriegen“, schreibt der „Spiegel“-Journalist. Als Laie fragt man sich: Wie kann so etwas passieren? Der Grund liegt offenbar in einer mangelnden Planung der Platzkapazitäten – denn: Wer eine Fahrkarte kauft, wird bei fehlender Sitzplatz-Reservierung offenkundig nicht auf die restlose Überlastung des ICEs hingewiesen. Die Folge sind die Szenen vom Wochenende in Hamburg. Andere Länder sind dort schon weiter. In Frankreich etwa gibt es eine Fahrkarte mit Sitzplatzbindung, eine Überbelegung der Fernzüge so nicht möglich.

Nach Bahn-Chaos in Hamburg folgt die Häme: „Ich weiß, warum ich aktuell beim Auto bleibe“

Es hagelte vor allem hämische Kommentare über die Bahn und die Zug-Infrastruktur in Deutschland. Eine Auswahl:

Von der Bahn selbst gibt es bislang keine offizielle Stellungnahme zu dem Vorfall am Hauptbahnhof in Hamburg. Für Bahnfahrer Jan Petter hat der Trip zumindest ein versöhnliches Ende genommen: Er ist am Bahnhof Altona umgestiegen.

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