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Mit dem Wohngeld raus aus Hartz IV und Bürgergeld: So geht‘s

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Von: Patricia Huber

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Das neue Wohngeld Plus könnte für einige Hartz-IV-Empfänger der Weg aus der Grundsicherung werden. Wen es betrifft und wie es klappt.

Berlin – Mit der Reform des Wohngelds winkt zahlreichen Haushalten eine zusätzliche Finanzhilfe. Zu den bisher 600.000 Wohngeld-Haushalten sollen bis zu 1,4 Millionen weitere dazukommen. Das Wohngeld soll außerdem um durchschnittlich 190 Euro im Monat aufgestockt werden. Damit erhalten die berechtigten Haushalte im Schnitt rund 370 Euro monatlich.

Hartz IV und Bürgergeld: Mit dem Wohngeld weg vom Jobcenter

Wohngeld beantragen können alle Haushalte, die wenig Geld zur Verfügung haben, aber keine Sozialleistungen beziehen. Dennoch sollten Hartz-IV-Bezieher, beziehungsweise künftige Bürgergeld-Empfänger, das Wohngeld nicht ganz außer Acht lassen. Denn wer mit Hartz IV lediglich aufstockt, könnte mit dem Wohngeld künftig besser dran sein.

Die neuen Regelungen beim „Wohngeld-Plus“, wie es die Regierung nennt, könnte Hartz-IV-Empfängern den Weg aus der Grundsicherung ebnen. Laut gegen-hartz.de betrifft das etwa 380.000 Personen, die zusätzlich zum Gehalt das Arbeitslosengeld II beziehen. Ob man auf das Wohngeld wechseln sollte, lässt sich ganz einfach mit dem vorläufigen Wohngeldrechner des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen ermitteln.

Betroffene müssen dann sogar die Leistung wechseln, da das Wohngeld zu den vorrangigen Leistungen zählt. Das ist in Paragraph 12 a des zweiten Sozialgesetzbuchs festgelegt. Ob man Wohngeld-berechtigt ist und wie viel man erhält, hängt maßgeblich vom Einkommen ab. Im Vergleich zu Hartz IV oder dem Bürgergeld gibt es beim Wohngeld auch keine Sanktionen und keine regelmäßigen Jobcenter-Termine, die Betroffene wahrnehmen müssen.

Wohngeld-Berechtigt? Jobcenter muss Hartz-IV-Empfänger beraten

Wer sich als Hartz-IV-Empfänger jedoch unsicher ist, ob er Anspruch auf das Wohngeld hat, kann sich auch einfach im zuständigen Jobcenter dazu beraten lassen. Die Mitarbeiter sind laut den fachlichen Weisungen der Bundesagentur für Arbeit sogar dazu verpflichtet. Wörtlich heißt es in der Weisung:

Das Jobcenter hat die leistungsberechtigten Personen auf vorrangige Leistungen und die Verpflichtung, sie in Anspruch zu nehmen, hinzuweisen. Insoweit besteht eine gesteigerte Beratungspflicht.

Fachliche Weisungen § 12a SGB II, Hinweis auf vorrangige Leistungen

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(ph)

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