1. Startseite
  2. Bayern

Bischof schlägt „Weihnachtspause“ vor: Klimaaktivisten lehnen ab – „Werden Blockaden intensivieren“

Erstellt:

Von: Felix Herz

Kommentare

Der bayerische Landesbischof hat Klimaaktivisten der Letzten Generation und Innenminister Joachim Herrmann zu einem gemeinsamen Gespräch eingeladen.

München – Neben Ukraine-Krieg, Energiekrise und RSV-Welle sind sie das Thema der letzten Wochen: die Klimaaktivisten der Letzten Generation. Ihre Protestformen erhitzen die Gemüter – sei es, wenn sie Kunst mit Kartoffelbrei oder Öl bewerfen, oder sich auf Straßen festkleben und den Verkehr nahezu zum Erliegen bringen.

In Bayern reagiert die Justiz mit der umstrittenen Präventivhaft, die durch das Polizeiaufgabengesetz (PAG) möglich ist. Davon lassen sich die Aktivisten – zumindest bisher – nicht beirren. Eine Annäherung fand bisher nicht statt, die Letzte Generation bleibt bei ihrem Vorwurf, die Politik handle zu zaghaft in der Klimakrise, die Politik klagt über die Protestform der Aktivisten. Der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm brachte die Parteien am Dienstag, 6. Dezember, an einen Tisch.

Kleber-Krise: Bedford-Strohm im Gespräch mit Klimaaktivisten und Herrmann

Der bayerische Landesbischof Bedford-Strohm hat Aktivisten der Letzten Generation und Innenminister Herrmann zu einem gemeinsamen Gespräch eingeladen.
Der bayerische Landesbischof Bedford-Strohm hat Aktivisten der Letzten Generation und Innenminister Herrmann zu einem gemeinsamen Gespräch eingeladen. © epd / Wolfang Maria Weber / Jürgen Heinrich / IMAGO / Merkur-Collage

Am Dienstagabend brachte Bedford-Strohm Klimaaktivisten der Letzten Generation und den bayerischen Innenminister Joachim Herrmann (CSU) zu einem Gespräch zusammen. Dabei schlug der evangelische Bischof einem Sprecher zufolge eine Weihnachtspause bezüglich der Proteste der Letzten Generation vor.

Mit wenig Erfolg: Eine Sprecherin der Gruppierung sagte am Mittwoch, 7. Dezember, dass dies nicht infrage komme – die Zeit dränge zu sehr. „Wir werden die Blockaden weiterführen und intensivieren.“ Herrmann äußerte sich, ebenfalls am Mittwoch, zur Motivation der Aktivisten: Ihr Ziel sei es, durch möglichst reißerische Aktionen – bei denen sie auch Schäden und Beeinträchtigungen Unbeteiligter in Kauf nehmen – aufzufallen und medialen Druck auf die Politik zu erreichen. Betroffenen, die mit der Aktion selbst meist wenig zu tun hätten, würden „Faustpfand der Aktivisten gegenüber der Politik“, so Herrmann.

(Übrigens: Unser Bayern-Newsletter informiert Sie über alle wichtigen Geschichten aus dem Freistaat. Melden Sie sich hier an.)

Letzte Generation: Statt Weihnachtspause „Blockaden intensivieren“

Auch auf Twitter bezog der Account der Letzten Generation Stellung zu dem Gespräch mit Heinrich Bedford-Strohm. Die Atmosphäre sei gut gewesen, es fehle jedoch an politischem Fortschritt, heißt es in dem Tweet. „Die politische Untätigkeit im Klimanotfall bringt uns in enorme Gefahr. Es kann nicht von uns erwartet werden, das einfach hinzunehmen.“

Abschließend auch auf Twitter noch die Ankündigung der Letzten Generation, weiterzumachen. „Wir sind immer bereit für konstruktive Gespräche, doch solange die Regierung einfachste Sicherheitsmaßnahmen blockiert, blockieren auch wir“, schreiben die Aktivisten.

Erst am Montag hatte es unter anderem viele Proteste der Klimaaktivisten gegeben. Am Mittwoch wurden nun einige erneut zu einer längeren Präventivhaft verurteilt. (fhz)

Alle News und Geschichten aus Bayern sind nun auch auf unserer brandneuen Facebook-Seite Merkur Bayern zu finden.

Auch interessant

Kommentare